Kompakt


Die Idee für außerfamiliäre Erziehung:

in der Pädagogik kann nur das fachlich begründbare Verhalten rechtens sein !


RECHTMÄßIGES VERHALTEN IN DER ERZIEHUNG GRUNDREGEL

  →   In der Pädagogik kann nur das fachlich legitime Verhalten rechtmäßig sein  

Was aber ist fachlich legitim in schwierigen Situationen ? Wo endet Pädagogik, beginnen Machtmissbrauch = Gewalt = pädagogische Kunstfehler = Kindesrechtsverletzung ?

fachlich legitim: Verhalten ist nachvollziehbar geeignet sein, ein pädag. Ziel zu verfolgen. Wir bieten praxisgerechte Antworten, fachliche Legitimität u. Rechtmäßigkeit ganzheitlich.


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I. TABUTHEMA HANDLUNGSSICHERHEIT

FESTSTELLBAR IST EINE MAUER DES SCHWEIGENS IN DER AUSSERFAMILIÄREN ERZIEHUNG obwohl doch viele Fragen unbeantwortet sind:

  • wie weit darf ich in krisenhaften Situationen gehen?
  • darf ich ein Kind am Arm festhalten, damit es zuhört, es überhaupt anfassen?
  • wo beginnt „Gewalt“, was sind „freiheitsentziehende Maßnahmen“, denen der Richter zustimmen muss (Bemerkung: Antworten werden nicht fachlich pädagogisch sondern ausschließlich juristisch gegeben/ wenig praxisgerecht)
  • ….. etc ……?.

→ PädagogInnen öffnen sich nicht aus Bersorgnis vor arbeitsrechtlicher Konsequenz und wenn dann nur intern, etwa die Lehrer einer Förderschule in einem Seminar: sobald das Thema der Schulaufsicht vorgetragen wurde Schweigen … Oder man kann und will sich und anderen nicht eingestehen, an persönliche Grenzen zu stoßen.

→ in sozialen Netzwerken ist Anonymität nicht gewährleistet, ein offener Austausch kaum möglich.

→ Leitungen/ Träger wollen sich gegenüber Behörden nicht öffnen, etwa in der Jugendhilfe weil sie belegungs-(Jugendamt) bzw. betriebserlaubnisabhängig (Landesjugendamt) sind.

→ Verbände und Politik bleiben untätig, weil „unzuständig“ (so IGFH) oder weil sie nicht von der Basis informiert werden

→ Medien reagieren nur auf besondere Ereignisse kurzfristig, ohne sich mit der Ursache der Handlungsunsicherheit zu befassen (z.B. Haasenburg, Friesenhof).

→ Aufsichtsbehörden bewerten pädagogische Sachverhalte z.T. ausschließlich nach der pädagogischen Haltung der/s Sachbearbeiters/in, da objektivierbare Entscheidungsleitlinien fehlen (Bemerkung: das ist im Rechtsstaat höchst problematisch).

Wer will sich einer öffentlichen Diskussion stellen, etwa einen Fachdiskurs zu den fachlichen Erziehungsgrenzen starten (Dskurs fachliche Legitimität)?Zur Zeit widmen sich Juristen und Fachdisziplinen überwiegend ihrem jeweiligen eigenen „Vorgarten“, wobei die Querschnittsdisziplin der Rechtswissenschaft im Vorteil ist. Was aber wäre, wenn die Pädagik eigene generelle Handlungsleitlinien aufweisen könnte, in denen Leitsätze fachlicher Legitimität ausgewisen wären? Die Juristen müsste diese im Rahmen ihrer rechtlichen Bewertungen vorrangig beachten, im Kontext der Frage nach pädagogischer Schlüssigkeit: Verhalten von PädagogInnen, das fachlich schlüssig – weil begründbar – ist und zugleich mit Wissen und Wollen Sorgeberechtigter verantwortet wird, wäre rechtmäßig. Isoliewtere rechtliche Bewertungen gehörten der Vergangenheit an.

II. DIE SYMBOLISCHE BRÜCKE ZWISCHEN PÄDAGOGIK UND RECHT

Zwischen der Pädagogik und dem Recht besteht ein Spannungsfeld, auch bedingt durch einen primären fachlich- pädagogischen Auftrag der Persönlichkeitsentwicklung und einen sekundären zivilrechtlichen Aufsichtsauftrag des Umgangs mit eigen-/fremdgefährdenden Kindern/Jugendlchn. In diesem gesellschaftlichen Doppelauftrag verfolgen PädagogInnen sehr unterschiedliche Ziele.

Brücke Päd- Recht 4

Das Projektsymbol BRÜCKE PÄDAGOGIK- RECHT bedeutet

a. Es ist qualitätshemmend, ohne primäre pädagogische Sicht und in Absicherungsdenken verhaftet auf die rechtlichen Anforderungen fixiert zu sein, d.h. auf die andere Brückenseite.

b. Ebenso ist es problematisch, nach dem Prinzip „der Zweck heiligt die Mittel“ ausschließlich fachlich- pädagogische Aspekte zu beachten und die gegenüber liegende Brückenseite der Legalität zu übersehen, insbesondere aufgrund der Gefahr für die Kindesrechte.

c. Empfohlen wird eine ganzheitlich fachlich- rechtliche Sicht. Danach sollte das zunächst in eigener pädagogischer Haltung „für richtig Erachtete“ in folgender Reihenfolge reflektiert werden:

  • zunächst ist zu fragen, ob das „für richtig Erachtete“ fachlich begründbar ist (Legitimität), d.h. nachvollziehbar ein pädagogisches Ziel verfolgt wird.
  • anschließend ist zu fragen, ob das „für richtig Erachtete“ der Rechtsordnung entspricht (Legalität).

d. Diese Reihenfolge ist i.S. von Kreativität Voraussetzung für pädagogische Qualität.

  • Zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen sind fachliche und rechtliche Erziehungsgrenzen zu beachten, andernfalls liegt „Machtmissbrauch“ vor.

e. Verhalten der PädagogInnen ist bei Eingriffen in Kindesrechte (Grenzsetzungen) „machtmissbräuchlich“,

  • wenn es zwar fachlich verantwortbar ist, d.h. das Verfolgen eines pädagogischen Ziels erkennen lässt, jedoch die Zustimmung Sorgeberechtigter (bei Taschengeld des Kindes/ Jugendlichen) fehlt und keine akute Eigen-/ Fremdgefährdung des/r Kindes/Jug. vorliegt, auf die „geeignet“ und „verhältnismäßig“ reagiert wird.
  • wenn es fachlich nicht begründbar ist und keine akute Eigen-/ Fremdgefährdung des/r Kindes/Jug., auf die „geeignet“ und „verhältnismäßig“ reagiert wird.
  • wenn es sich als Kindeswohlgefährdung darstellt.
  • wenn es als strafbar einzustufen ist.

f. Machtmissbrauch in Behörden (s. „Willkürverbot“) liegt in folgenden Fällen vor:

  • Eine Entscheidung ist fachlich unverantwortbar, d.h. sie beinhaltet keine nachvollziehbare Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern/ Jugendlichen (Kindeswohl), und eine akute Eigen-/ Fremdgefährdung von Kindern/ Jugendlichen liegt nicht vor.
  • Eine Entscheidung verletzt Art. 3 CRC (UN Kinderrechtskonvention), d.h. sie ist nicht vorrangig auf das Kindeswohl ausgerichtet. Letzteres ist der Fall, wenn Eigeninteressen im Vordergrund stehen oder sachfremde Erwägungen.
  • Eine Entscheidung stellt sich als „kindeswohlgefährdend“ oder als Straftat dar.
Beispiel Handlungsleitsätze – päd. Grundhaltung Jugendhilfe- Intensivgruppe