Blick in die Zukunft


Wie geht es weiter?


I.  VISION

Kultur des Wahrnehmens der Interessen und Nöte von Kindern und Jugendlichen durch Hinsehen, Zuhören, Verstehen.

Die Ziele „Stärken der Kindesrechte“ und „Verbessern der Handlungssicherheit“ verantwortlicher PädagogInnen bzw. Leitungen, Träger, Behörden (z.B. Jugend-/Landesjugendämter, Schulaufsicht) können dazu beitragen (Ziffer II).


II.  ZIELE

Projekt Ziel

1.  Das Thema „Pädagogik  und Recht“ hat grundlegende gesellschaftliche Bedeutung.

Diese Website widmet sich der Gewalt und Transparenzthematik im Fokus alltäglichen Geschehens in Angeboten, in denen Kinder / Jugendliche über Tag und Nacht betreut werden, zum Beispiel in Heimen. Strafbarem Verhalten in Form von Misshandlungen/sexuellem Missbrauch fällt im Thema hingegen keine Bedeutung zu. Das gesellschaftliche Aufarbeiten dieser Vorkommnisse bezieht zwar auch die Frage ein, warum Derartiges so lange verborgen blieb, damit nun zu großen Teilen der Verjährung unterliegt. Zugleich fehlt freilich der Bezug zum Thema, d.h. zum systemimmanenten Problem, die unterschiedlichen Ziele Erziehen – Aufsicht in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in gelebter Synthese miteinander zu verbinden. Vielmehr ist von kriminellen Einzelfällen auszugehen.

Ein Verknüpfen der beiden Bereiche „Nachkriegsheimgeschichte“ und „strafrechtsrelevante Misshandlungen/ Missbräuche“ lässt sich aber wie folgt herstellen:

  • Es genügt nicht, Vergangenes aufzuklären und Opfern mediales Gehör zu verschaffen, verbunden mit finanzieller „Wiedergutmachung“ und „Entschuldigung“. Es kann keine Wiedergutmachung geben. Leid und Traumata können sich nur einer Therapie öffnen.
  • Wichtig ist es vor allem, Problemlösungen mit Visionen und Zielen zu verbinden. Die beschriebene Vision des Wahrnehmens von Kindesinteressen und -nöten durch „Zuhören, Hinsehen und Verstehen“ ist im Zusammenhang mit dem Bedarf verbesserter Transparenz zu sehen. Damit verbunden ist die Notwendigkeit neuer Strukturen, die in dieser Website skizziert sind.

Wir sind der Überzeugung, dass sich die Jugendhilfe für Konzepte und Leistungen zukünftig verstärkt fachlich zu legitimieren hat. Daher ist es vernünftig und im Interesse der betreuten Kinder und Jugendlichen unerlässlich, insbesondere ergänzende Jugendhilfestrukturen zu entwickeln.

2. Die Idee „Pädagogik und Recht“ verfolgt mit ihren Strukturvorschlägen Folgendes:

  • Die Handlungssicherheit der Erziehungsverantwortlichen und mittelbar Verantwortlichen verbessern.
  • In Grenzsituationen der Pädagogik Kinderrechte stärken, die zum Teil gesetzlich unzureichend abgesichert sind.
  • Mit Hilfe der Umschreibung des unbestimmten Begriffs „Kindeswohlgefährdung“ die rechtliche Grenze elterlicher Erziehung beschreiben, die sich über den Erziehungsauftrag (§ 1688 BGB) auch auf Angebote institutioneller Erziehung auswirkt.
  • In der alltäglichen Betreuung von Kindern und Jugendlichen mittels Ombudschaften Kindesrechte-Transparenz erreichen, wobei diese neutrale Beschwerdeinstanz die pädagogischen Prozesse nicht stören darf.

3. Zur verbesserten Handlungskompetenz der PädagogInnen, mithin zur Stärkung der Kindesrechte, sind Strukturen nötig: u.a. in Form einer gelebten Synthese Erziehen und Aufsicht, des Prüfschemata zulässige Macht, der fachlichen Handlungsleitlinien, der definierten Trägerverantwortung, in Form von Konkretisierungen  der Begriffe Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung sowie in Form des Prinzips Drei Stufen des Reglementierens und einer fachlich- rechtlichen Bewertung des Freiheitsentzugs.